Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Fachbegriffe in Bezug auf Büttenpapier.
Die Liste ist noch im Aufbau und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Alterungsbeständigkeit
Archivierbarkeit
Büttenrand
Büttenpapier
Filzmarkierung
Gehämmert
Gerippt
Hadern
Halbmatt
Langsiebpapier
Masseleimung
Optische Aufheller
Rauh
Rohstoffe
Rundsiebbütten
Schöpfen
Schöpfsieb
Velin
Wasserlinien
Wasserzeichen
Wild gerippt


Alterungsbeständigkeit

Wie jedes andere Material unterliegt auch Papier einer natürlichen Alterung. Dieser Alterungsprozeß
kann zwar nicht völlig verhindert werden, läßt sich aber über mehrere Jahrhunderte hinauszögern.

Die Alterungsbeständigkeit eines Papiers entscheidet sich bereits bei der Auswahl seiner Rohstoffe.
Hierbei ist insbesondere darauf zu achten, daß keine holzhaltigen Fasern zum Einsatz kommen. Somit
ist insbesondere die Verwendung von Altpapier ausgeschlossen, denn in der Altpapiersammlung
werden unterschiedlichst Fasern – darunter auch holzhaltige – miteinander vermischt.

Als Faserstoffe für die Herstellung alterungsbeständiger Papiere kommen somit nur Baumwollfasern
oder alkalisch aufgeschlossene Zellstoffe mit einem sehr geringen Ligningehalt (Kappa-Zahl unter 5) in
Betracht. Im anschließenden Herstellungsprozeß kommt es dann darauf an, daß die Leimung neutral
erfolgt und Calciumcarbonat als Puffer gegen Säuren hinzugegeben wird.

Alterungsbeständiges Papier ist dadurch gekennzeichnet, daß seine wesentlichen
Verwendungseigenschaften für möglichst viele Jahre erhalten bleiben. Die Kriterien für die
Alterungsbeständigkeit von Papier sind in den nachstehenden Normen festgelegt:

DIN 6738 (nur in Deutschland gültig)
DIN ISO 9706 (international gültig)
ANSI/NISO Z 39.48-1992 (in USA gültig).

Die Normen DIN ISO 9706 und ANSI/NISO Z 39.48-1992 stellen die höchsten Anforderungen an die
Alterungsbeständigkeit von Papier dar und werden deshalb von allen bekannten Fachleuten bevorzugt.
Selbstverständlich erfüllt ZERKALL-BÜTTEN alle drei genannten Normen.

Die Alterungsbeständigkeit von Papier ist im übrigen weder mit Archivierbarkeit oder Lichtbeständigkeit
zu verwechseln, hierfür gibt es jeweils eigene, international gültige Normvorschriften. Die
Alterungsbeständigkeit von Papier bezieht sich auf den unbedruckten Zustand; es besteht somit kein
Zusammenhang mit der Alterung oder Lichtbeständigkeit von Druckfarben, für ebenfalls eigene Normen
existieren.

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Archivierbarkeit

Die Kriterien für die Archivierbarkeit von Papier sind in der Norm ISO/DIS 11108 beschrieben.

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Büttenrand (auch Echter Büttenrand)

Faserig verlaufender Papierrand, der beim Schöpfen von Büttenpapier durch die allmähliche
Verdünnung des Blatts zum Rand hin entsteht. Da das Endformat von Büttenpapier durch die
Formateinteilung auf dem Sieb festgelegt ist, entstehen die Büttenränder immer an allen vier Seiten.
Büttenränder können nicht nachträglich erzeugt oder verändert werden. Der Büttenrand kann als
allmähliche Verdünnung zum Rand erfühlt und im Durchlicht als Aufhellung zum Rand erkannt werden.

Unregelmäßige Ränder mit scharfem Grat oder gerissene Ränder sind keine Büttenränder. Die
abgespritzte Kante eines Langsiebpapiers ist ebenfalls kein Büttenrand, da sie nicht in einem
Schöpfvorgang entsteht und sich nicht verdünnt. Zum Schutz vor imitierten Büttenrändern verwendet
man im deutschen Sprachraum die Bezeichnung Echte Büttenränder, die genormt ist (DIN 6730).

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Büttenpapier (auch Echtes Büttenpapier)

Herstellungsbegriff für geschöpftes Papier, in der Kurzform auch Echt Bütten genannt. Die Herstellung
beginnt durch das Eintauchen eines Schöpfsiebes in die mit einem Gemisch aus Wasser und Fasern
gefüllte Bütte. Mit dem langsamen Herausheben des Siebes aus der Bütte findet ein Schöpfvorgang
statt, bei dem sich Fasern auf der Sieboberseite ansammeln und einen Bogen bilden. Nachdem das

Sieb aus der Bütte herausgehoben ist, bleibt der geschöpfte Bogen als nasses Faservlies auf dem
Sieb zurück.

Zur Herstellung von Büttenpapier eignen sich ausschließlich Hand- oder Rundsiebe, da nur mit diesen
beiden Siebformen ein Schöpfvorgang aus der Bütte möglich ist. Auf dem Langsieb hergestellte
Papiere sind keine Büttenpapiere, da sie nicht geschöpft werden. Zum Schutz vor imitiertem
Büttenpapier verwendet man im deutschen Sprachraum die Bezeichnung Echtes Büttenpapier, die
genormt ist (DIN 6730).

Der Begriff Büttenpapier umfaßt sowohl handgeschöpftes, als auch rundsiebgeschöpftes Papier. Im
englischen und französischen Sprachraum erfolgt die Unterscheidung von Büttenpapier dagegen nach
der genauen Herstellungsart unterschieden. Von Hand geschöpft: hand made paper bzw. papier à la
cuve. Mit dem Rundsieb geschöpft: mould made paper bzw. papier à la forme ronde.

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Filzmarkierung

Bezeichnung für eine Papieroberfläche mit genarbter Struktur, die während der Papierherstellung durch
den Einsatz entsprechend gearbeiteter Filze entsteht.

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Gehämmert

Bezeichnung für eine Papieroberfläche mit Hammerstruktur, die in einem Prägevorgang nach der
Papierherstellung entsteht.

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Gerippt

Bezeichnung für eine Siebart des Schöpfsiebes. Die Rippstruktur des Siebes wird beim Schöpfen auf
das Papier übertragen. Sie ist als Aufhellung in der Durchsicht erkennbar. Bei echten Büttenpapieren
befindet sich die Rippung immer auf der Siebseite.

Die Rippung eines Langsiebpapiers entsteht dagegen durch eine Egoutteurwalze, die ihre Rippstruktur
auf die Papierbahn überträgt. Diese Rippung befindet sich daher immer auf der Filzseite.

Viele Kunsthistoriker setzen gerippte Papiere grundsätzlich mit Büttenpapieren gleich. Dies ist leider
ebenso falsch wie die teilweise verbreitete Ansicht im Papierhandel, die Rippung als Wasserzeichen zu
bezeichnen oder als Oberflächeneigenschaft darzustellen.

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Hadern

Oberbegriff für unverholzte Faserstoffe (z.B. Baumwolle und Leinen). Hadern sind wegen ihrer
langkettigen Fasern das beste Fasermaterial für die Papierherstellung, ihre Langlebigkeit und
Robustheit ist unübertroffen. Der Hadernanteil bei ZERKALL-BÜTTEN besteht sowohl aus Baumwoll
Linters, als auch aus recycelten Textilien.

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Halbmatt

Bezeichnung für eine geglättete Papieroberfläche.

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Langsiebpapier

Langsiebpapiere sind keine Büttenpapiere, weil sie in einem völlig anderen Herstellungsverfahren
erzeugt werden. Im Gegensatz zu dem Schöpfvorgang aus einer Bütte wird das Gemisch aus Wasser
und Fasern bei der Langsiebmaschine auf ein endloses Sieb gegossen oder gespritzt.
Langsiebpapiere werden immer in einer endlosen Bahn auf Rolle gefertigt und nach der Herstellung in
Bogen geschnitten.

Langsiebmaschinen können prinzipiell keine Papiere mit Büttenrändern herstellen. Infolge der
grundsätzlich anderen Herstellungsweise (Gußtechnik statt Schöpftechnik) fehlen Langsiebpapieren
aber auch alle anderen Eigenschaften, die den besonderen Charakter echter Büttenpapiere
ausmachen.

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Masseleimung

Durch die Zugabe von Neutralleim während der Stoffvorbereitung wird die Papieroberfläche
geschlossen und das fertige Papier ist beschreibbar. Ohne Leimung bleibt die Oberfläche dagegen
absorbierend und somit unbeschreibbar.

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Optische Aufheller

Hilfsmittel zur Erzielung hoher Helligkeiten von Papier. Optische Aufheller wirken auf physikalischer
Grundlage, indem sie kurzwelliges UV-Licht in sichtbares Licht umwandeln. Die damit verbundene
innere Erwärmung des Fasergefüges wirkt sich jedoch nachteilig auf die Alterung aus.

Mit optischem Aufheller gefertigte Papiere erfüllen somit nicht die höchsten Kriterien an die
Alterungsbeständigkeit. Die Kontrolle auf optischen Aufheller erfolgt unter Schwarzlicht und kann sehr
einfach durchgeführt werden. Wegen der Erfüllung der höchsten internationalen Anforderungen an die
Alterungsbeständigkeit von Papier wird ZERKALL-BÜTTEN ohne optische Aufheller hergestellt.

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Rauh

Bezeichnung für eine Papieroberfläche ohne nachträgliche Glättung.

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Rohstoffe

ZERKALL-BÜTTEN wird aus Faserstoffen (Zellstoff und Hadern), Füllstoffen (Kaolin und
Calciumcarbonat), Neutralleim, Stärke und Farbstoff hergestellt.

Wegen der internationalen Normen für Alterungsbeständigkeit können außer dem eigenen Produktions-
und Sortierausschuß keine Sekundärfasern (insbesondere kein Altpapier) eingesetzt werden.

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Rundsiebbütten

Echtes Büttenpapier ist der Oberbegriff für Papier, das mit einem Handsieb oder einem Rundsieb
geschöpft wird; entsprechend unterscheidet man Hand- oder Rundsiebbütten. ZERKALL-BÜTTEN wird
mit dem Rundsieb geschöpft.

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Schöpfen

Arbeitsgang bei der Herstellung von Büttenpapier, das mit einem Hand- oder Rundsieb aus einer Bütte
geschöpft wird. Bei der Papierherstellung mit dem Langsieb findet kein Schöpfvorgang statt, weshalb
Langsiebpapier auch kein Büttenpapier ist.

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Schöpfsieb

Ein Schöpfsieb besteht aus einem metallischen Drahtgewebe, das auf einen festen Rahmen gespannt
wird. Das Sieb ist entweder ohne Struktur oder mit einer sichtbaren Rippung versehen.

Für die Erzeugung von Handpapieren kommen flache Siebe zum Einsatz, bei denen sich das
Siebgewebe auf einem rechteckigen Holzrahmen befindet.

Beim Schöpfen von Rundsiebpapieren ist das Schöpfsieb auf einem Metallzylinder befestigt. Es weist
dabei eine Unterteilung in das zu schöpfende Papierformat auf.

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Velin

Bezeichnung für die Siebart des Schöpfsiebes. Velinsiebe haben im Gegensatz zum gerippten Sieb
keine Markierung und erzeugen Papiere mit klarer Durchsicht.

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Wasserlinien

Schöpfsiebe können durch Stege unterteilt werden, um z.B. mehrere kleine Formate in einem
Schöpfvorgang zu erzeugen. Die Stege bilden Erhöhungen auf dem Sieb, an denen sich beim Schöpfen
weniger Fasern anlagern.

Das geschöpfte Papier weist im Gegenlicht ein Raster mit hellen Linien – den sogenannten
Wasserlinien – auf. Durch Reißen entlang der Wasserlinien läßt sich der Bogen sehr einfach in die
einzelnen Formate aufteilen. Weil die Wasserlinien dünner als der übrige Bogen sind, weisen alle
Nutzen vier echte Büttenränder auf.

Im Gegensatz dazu führt ein Reißvorgang, der nicht entlang einer geschöpften Wasserlinie ausgeführt
wird, zu keinen Büttenrändern, da die sich die gerissene Kante nicht nach außen verdünnt.

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Wasserzeichen

Ob Papier ein Wasserzeichen besitzt, läßt sich im Durchlicht beurteilen. Die dann sichtbaren
Aufhellungen in Form von Namen, Schriftzügen, Wappen, Logos, Bildern usw. werden als
Wasserzeichen bezeichnet.

Wasserzeichen haben eine lange Tradition in der Papiermacherei. Bei der Herstellung von
Büttenpapieren entstehen sie dadurch, daß die gewünschte Abbildung als seitenverkehrte Drahtform
auf dem Schöpfsieb befestigt wird. Der Draht führt zu einer Erhebung auf dem Sieb, an der sich weniger
Fasern anlagern können. Das fertige Papier ist hier dünner und das Wasserzeichen scheint im
Gegenlicht durch.

Bei Büttenpapier bildet sich das Wasserzeichen bereits beim Schöpfvorgang und befindet sich daher
immer auf der Siebseite des Papiers. Es zeichnet sich durch eine besonders große Konturenschärfe
und Klarheit aus.

Im Gegensatz dazu werden die Wasserzeichen in Langsiebpapieren von einer Egoutteurwalze auf die
Filzseite des Papiers übertragen; sie sind daher nicht so klar wie bei Büttenpapieren.

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Wild gerippt

Bezeichnung für eine Siebart des Schöpfsiebes. Das wild gerippte Sieb überträgt beim Schöpfen eine
wellenförmige Rippstruktur auf das Papier. Diese ist in der Durchsicht im Papier erkennbar und befindet
sich auf der Siebseite.

Bei der wilden Rippung handelt es sich um eine Spezialität von ZERKALL-BÜTTEN. Das Siebgewebe
wurde in aufwendiger Handarbeit hergestellt und ist unnachahmlich in seiner einzigartigen Struktur.

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